Sie sind wichtig, wertvoll und einzigartig

Die Herkunft des Menschen

Ein Tal, in der Nähe von Düsseldorf gelegen, hat der Wissenschaft im letzten Jahrhundert wichtige Erkenntnisse über die Herkunft des Menschen geliefert: Das Neandertal.

Dort wurden Skelette von Lebewesen ausgegraben, die mit dem heutigen Menschen verblüffende Ähnlichkeiten aufwiesen. Diese Neandertaler, benannt nach dem Ort der Funde, lebten vor sehr, sehr langer Zeit: vor 100.000 Jahren.

Diese Zeitspanne, die uns zunächst als unglaubliche Größe begegnet, relativiert sich schnell, wenn wir uns folgendes vor Augen halten:

Was bedeuten 100.000 Jahre im Vergleich zu dem Zeitraum von 5 Milliarden Jahren? Seit 5 Milliarden Jahren nämlich existiert nach den Schätzungen der Wissenschaft unser Universum. Seit 5 Milliarden Jahren!

Um diese unendlich scheinende Zeitspanne, diese vermeintliche Ewigkeit, anschaulicher zu machen, bietet sich ein interessantes Modell an: Der Astronom Siedentopf hat diese 5 Milliarden Jahre auf ein einziges Jahr zusammenschrumpfen lassen. Dieser Verkleinerung entsprechend, werden 400 Millionen Jahre zu einem einzigen Monat, 160 Jahre dauern im Modelljahr des Astronomen gerade 1 Sekunde.

Folgt man diesem Rechenexempel, so ergeben sich interessante, die Phantasie anregende Aspekte:

Zu Beginn des Modelljahres, am ersten Januar, entspricht das Universum einer Glaskugel. Sie zerfällt im Laufe des Januars in Milliarden von einzelnen Glastropfen. Ein Großteil dieser unzähligen Tropfen verdichtet sich zum Ende des ersten Monats zu Sternen. Einer dieser Sterne ist die Sonne.

Am Ende des März haben sich bereits zahlreiche Planeten gebildet. Einer von ihnen ist die Erde.

Im Laufe des April entstehen auf unserem Planeten die Erdkruste und die Ozeane.

Im Rahmen von drei Monaten, zwischen Juni und August, entwickeln sich die ersten Lebewesen der Erde. Es handelt sich bei ihnen um sehr einfach strukturierte Formen belebten Stoffes.

Die Voraussetzung zur Heranbildung weiterentwickelter Lebewesen ist erst im November gegeben. Die Erdatmosphäre entsteht, Sauerstoff wird freigesetzt und ermöglicht die Existenz jener Arten, die wir aus Fossilienfunden kennen. Das Land, das aus dem Wasser ragt, bietet den Pflanzen die Möglichkeit ungehinderten Wachstums. Dieses Phänomen ereignet sich am Ende des Novembers.

Anfang Dezember gelingt es den ersten Tieren, aus den Tiefen des Weltmeeres an Land zu steigen.

Zu Weihnachten des Modelljahres, am 25. und 26. Dezember, geht die Herrschaft der

Riesensaurier zu Ende. Sie hatten eine Woche lang über die Geschicke der Erde gewaltet.

Innerhalb eines einzigen Tages, dem 27. Dezember nämlich, entwickeln sich die Säugetiere und die Vögel.

Gegen Ende des Modelljahres, am 31. Dezember um 23 Uhr, bevölkern die ersten frühmenschlichen Lebewesen unseren Planeten.

Kurz vor Mitternacht erscheint der Neandertaler. Die heutige Menschenrasse, der homo sapiens, bevölkert die Erde im Laufe der letzten Eiszeit. Es geschieht dies gerade fünf Minuten vor dem Ende des Jahres.

Dieses Modelljahr veranschaulicht, dass die Geschichte der Menschheit, die wir irrtümlicherweise mit der Geschichte der Welt gleichsetzen, von denkbar kurzer Dauer war. Ihr blieben lediglich die letzten Sekunden des Weltjahres vorbehalten.

Wir erkennen aber auch, dass unser Abstand zum Neandertaler nicht so groß ist, wie allgemein angenommen. Er ist uns heutigen Menschen ein recht enger Verwandter.

Dieses Phänomen hat schon der Dichter Erich Kästner auf die ihm eigene Weise in Worte zu fassen gewusst:

Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt,

behaart und mit böser Visage.

Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt,

und die Welt asphaltiert und aufgestockt

bis zur dreißigsten Etage.

Da saßen sie nun, den Flöhen entfioh’n,

in zentratgeheizten Räumen.

Da sitzen sie nun am Telefon. Und es herrscht

noch genau derselbe Ton

wie seinerzeit auf den Bäumen…

So haben sie mit dem Kopf und dem Mund

den Fortschritt der Menschheit geschaffen.

Doch davon mal abgesehen und bei Licht betrachtet,

sind sie im Grund noch immer die alten Affen.

Streichen Sie, sich deshalb bitte den nächsten Salz sehr dick an: Jeder Mensch, Sie, Ihre Verwandten, Ihre Freunde und Kollegen, – und ich.

Jeder von uns trägt noch immer seinen eigenen Neandertaler in sich l

Sie lächeln ungläubig? Sie zweifeln daran?

Wenn diese Behauptung nicht zuträfe, wie ließen sich dann folgende Ereignisse erklären:

Eine Bande junger Rocker verprügelt in der S-Bahn einen Rentner und wirft den verletzten Mann dann aus dem fahrenden Zug.

Ein 24jähriger Arbeiter erschießt den Präsidenten der Vereinigten Staaten in der amerikanischen Stadt Dallas.

Fanatische Anhänger des Hitlerregimes ermorden in den Todesfabriken des Dritten Reiches mehr als sechs Millionen Menschen auf die grausamste Art und Weise.

Amerikanische und englische Tiefflieger machen 1945 Jagd auf wehrlose Frauen und Kinder. Dies geschieht nach dem Zusammenbruch der deutschen Flugabwehr.

Machen Sie die Probe aufs Exempel: Markieren Sie in Ihrer heutigen Tageszeitung all jene Berichte farbig, in denen von Menschen die Rede ist, die anderen drohen, ihnen Angst einjagen, sie schlagen und gegen sie kämpfen. Von Menschen, die rauben, verletzen und töten.

Die sich benehmen wie jene Neandertaler, die vor 100.000 Jahren im Urwald wüteten. Sie werden sehen, Ihre Zeitung wird sehr schnell sehr bunt werden.

Eine andere, erschreckende Zahl, die Bände spricht: Nach den Erkenntnissen des britischen Psychologen R.D. Laingh hat der Mensch in den letzten einhundert Jahren nicht weniger als einhundert Millionen seiner Artgenossen umgebracht. Sie werden sich fragen, wozu Sie solche Erkenntnisse auf dem Weg zum Erfolg brauchen. Sie werden fragen, was der Neandertaler und seine Nachfahren mit Ihren persönlichen Bestrebungen zu tun haben.

Eines ist wahr: Sie brauchen sich dann keine psychologischen Grundkenntnisse anzueignen, wenn Sie sich nur hinter Maschinen und Werkzeugen verstecken wollen.

Wenn Sie aber erfolgreich sein wollen, wenn Sie ein harmonisches, ausgefülltes Leben anstreben, dann dürfen Sie die Erkenntnisse der Psychologie keinesfalls außer acht lassen.

Denn der Erfolg bringt es mit sich, dass Sie ständig mit anderen Menschen in Kontakt sein werden. Und es wird nötig sein, dass Sie wissen, wie diese Menschen fühlen, wie sie reagieren. Wovor sie Angst haben, welche Wünsche und Hoffnungen sie hegen, was ihnen besonders wichtig ist.

Ist es für Ihre Arbeit nicht unabdingbar, dass Sie solche psychologischen Zusammenhänge erkennen? Dass Sie sich immer wieder mit dem Verhalten der Menschen befassen, um sie richtig einschätzen zu können?

Besteht nicht ein großer Unterschied zwischen der hilflosen Aussage: “Unmöglich, wie dieser Mensch sich wieder aufführt!” und der Feststellung: “Dieser Mensch wird augenblicklich von seinem Neandertaler beherrscht!”?

Verstehen Sie, dass eine solche Haltung es Ihnen viel leichter macht, einem Mitmenschen einfühlsamer, nachsichtiger, großzügiger und toleranter zu begegnen?

Sehen Sie, dass diese Menschenkenntnis, diese Kenntnis der Zusammenhänge, automatisch auch auf Sie selbst zurückwirkt?

Denn die entscheidende Frage für uns alle lautet doch: Wie gelingt es, den Neandertaler in uns zu überwinden? Wie können wir uns von ihm befreien?

Erfolg 8.0 für Fortgeschrittene

lothanius

leave a comment

Create Account



Log In Your Account