Lebensberatung

Kommunikation – Geheimnisse des Führens

Die Fähigkeit zur Menschenführung, gleichgültig ob in Politik, Wirtschaft oder Verwaltung ausgeübt, erfordert ein hohes Maß an Mut und innerer Kraft.

Wer führen will, darf nicht ängstlich, zurückhaltend oder zögerlich sein. Der Führende muss die drohenden Gefahren erkennen und den Mut haben, sich ihnen entgegenzustellen. Er trägt die Verantwortung für die Menschen, die ihm anvertraut sind- Er muss ihnen Schutz, Sicherheit und Rückhalt geben – gerade in schwierigen Situationen.

Denn: Sobald er seiner Verantwortung, seinen Aufgaben nicht gerecht wird, werden sich seine Mitarbeiter von ihm abwenden. Er wird seine Führungsposition schneller verlieren, als er vermutet hat.

Die Risiken, auf die eine Führungspersönlichkeit stoßen kann, sind sehr groß. Es bedarf, um solche Schwierigkeiten zu bewältigen, nicht allein eines guten Charakters und eines scharfen Verstandes. Führung erfordert auch den Mut zu schnellen, zu spontanen Entschlüssen.

Menschen mit Führungsqualitäten wägen nicht das Für und Wider ihres Eintretens ab. Sie erkennen ihre Aufgabe und stellen nicht die Frage nach den persönlichen Vor- oder Nachteilen, die sich aus einer bestimmten Handlung ergeben könnten.

Ihr Platz ist zwischen zwei Polen: Zwischen der Gefahr und den eigenen Mitarbeitern. Ihre Aufgabe ist es: Der Gefahr entgegenzutreten und dabei gleichzeitig die Menschen zu schützen, die ihnen anvertraut sind.

Für Sie heißt das: Wenn Sie, als Führungspersönlichkeit auftreten wollen, dürfen Sie nicht warten, bis Ihnen andere den Weg ebnen, bis andere die Gefahren und Hindernisse aus dem Weg geräumt haben. Sie selbst müssen entschlossen handeln, Sie müssen anderen zuvorkommen. Sie müssen sich der Herausforderung stellen. Sonst sind es am Ende Sie, der von den Gefahren überrollt wird.

Nur wenn Sie diese Grundsätze beherzigen und in die Tat umsetzen, nur dann werden Sie als Führungspersönlichkeit anerkannt und respektiert werden.

Im folgenden werden die wichtigsten Eigenschaften aufgeführt, die Führungspersönlichkeiten auszeichnen. Wir stützen uns bei der Aufzählung dieser Merkmale auf die Ausführungen von Hill.

  1. Unerschütterlicher Mut

Nur Menschen, die den nötigen Mut aufbringen, die das nötige Selbstvertrauen haben, werden als Führungspersönlichkeit anerkannt. Die Voraussetzung für diese Eigenschaft: Die Fähigkeit zur objektiven Selbsteinschätzung. Und eine genaue Kenntnis der Notwendigkeiten, Anforderungen und Aufgaben des jeweiligen Berufs.

  1. Selbstbeherrschung

Nur wer sich auch in schwierigen Situationen unter Kontrolle hat, wer auch in heiklen Fällen die Beherrschung nicht verliert, sondern die Fassung wahrt, der wird den Aufgaben einer Führungspersönlichkeit gerecht. Er wird für seine Mitarbeiter ein großes Vorbild sein. Ein Vorbild, dem sie gern nacheifern werden.

  1. Ausgeprägter Gerechtigkeitssinn

Das Gefühl für anständiges und ehrliches Verhalten, für unbestechliche Gerechtigkeit ist eine unabdingbare Voraussetzung. Nur diese Eigenschaften garantieren, dass ein Vorgesetzter von seinen Mitarbeitern geachtet und anerkannt wird.

  1. Unbeirrbarkeit

Wankelmut, Unbeständigkeit, der ständige Wechsel von Anschauungen und Ansichten wird auch die besten Absichten scheitern lassen. Nur wer sein Ziel unbeirrbar ansteuert, wer sich nicht von seinem Weg abbringen lässt, der ist dazu in der Lage, andere Menschen zum Erfolg zu führen.

  1. Feste Pläne

Eine Führungspersönlichkeit zeichnet sich dadurch aus, dass sie feste Absichten und Pläne hat. Und dass sie diese Vorhaben auch konsequent durchführt. Wer den Erfolg vom Zufall abhängig macht, wer ohne wohldurchdachtes und zielgerichtetes Konzept arbeitet, der wird seine Absichten nicht in die Tat umsetzen können. Der wird seine Ziele nicht verwirklichen können.

  1. Hohe Erwartungen zu erfüllen und zu übertreffen

Eine Führungsposition bringt es unweigerlich mit sich, dass ihr Inhaber hohen Erwartungen und Ansprüchen gerecht werden muss. In einer Führungsstellung wird die Prinzipien der Rechtschaffenheit, Ehrlichkeit und Wahrheit zu eigen macht.

Nachdem wir auf diese Weise die Gründe kennengelernt haben, die die erfolgreiche Bewältigung einer Führungsaufgabe charakterisieren, nachdem wir erfahren haben, was eine Führungspersönlichkeit zu leisten und zu beachten hat, wollen wir unser Augenmerk auf einen nicht minder wichtigen Bereich richten.

Wir wollen uns die Aspekte vor Augen führen, die in der Regel das Scheitern einer Führungskraft bewirken. Denn: Es ist mindestens ebenso wichtig, zu wissen, was man vermeiden muss, was man nicht tun darf, will man tatsächlich dauerhaft erfolgreich sein.

Die Gründe für das Scheitern von Führungskräften:

  1. Mangelnde Aufmerksamkeit für Details

Wer in einer Führungsposition für scheinbar unbedeutende und nebensächliche Aufgaben keine Zeit zu haben glaubt, wer vorgibt, zu beschäftigt zu sein, der wird bald in große Schwierigkeiten kommen.

Eine Führungskraft muss jederzeit dazu in der Lage sein, ihre Pläne einer veränderten Situation anzupassen.

Eine Führungskraft muss flexibel reagieren können – und dringliche Angelegenheiten auch entsprechend rasch erledigen.

Wer seine Aufgaben nicht sicher im Griff hat, der gesteht damit seine Unfähigkeit ein. Die Unfähigkeit, Führungsaufgaben verantwortlich wahrzunehmen.

Eine weitere Fähigkeit ist unerlässlich: Eine Führungspersönlichkeit muss dazu in der Lage sein, Aufgaben zu delegieren. Das heißt: Sie muss wissen, welche Arbeiten bestimmten fähigen Mitarbeitern übertragen und anvertraut werden können.

  1. Die Abneigung gegen das Ausführen anspruchsloser Tätigkeiten

Eine wirkliche Führungspersönlichkeit darf sich auch für einfache und anspruchslose Arbeiten nicht zu schade sein, wenn die Umstände deren Ausführung verlangen. Das heißt: In einer entsprechenden Situation muss eine Führungskraft jene Arbeiten ohne Zögern verrichten, die sonst untergeordneten Mitarbeitern zufallen.

  1. Der Irrglaube, allein für theoretisches Wissen bezahlt zu werden

Viele Menschen, denen Führungsaufgaben anvertraut sind, scheitern, weil sie einem Irrtum unterliegen: Sie glauben, ihre Position sei schon deshalb gesichert, sie hätten schon allein deshalb ein hohes Einkommen verdient, weil sie über das notwendige theoretische Wissen verfügen.

Dem ist nicht so: Allein die erfolgreiche Umsetzung dieses Wissens in die Praxis, allein die tatsächliche Leistung rechtfertigt eine angemessene Bezahlung.

Wer sich nicht ständig in der Ausführung seiner Arbeiten bewährt, wer nicht ständig mehr verlangt und mehr gefordert als in untergeordneten Aufgabenbereichen.

Das heißt: Eine Führungspersönlichkeit muss immer mehr leisten, als von ihren Mitarbeitern erwartet wird.

  1. Eine angenehme, vorbildhafte Persönlichkeit

Um die Achtung und den Respekt der Mitarbeiter zu genießen, bedarf es einer Voraussetzung: Die Führungspersönlichkeit zeichnet sich durch hervorragende menschliche Qualitäten aus. Unzuverlässige, nachlässige, unpünktliche und unordentliche Menschen dagegen werden den Ansprüchen einer Führungsposition nicht gerecht.

  1. Verständnis für die Mitarbeiter

Die Fähigkeit, sich in die Lage anderer Menschen versetzen zu können, sich in sie hineinzudenken, zählt zu den Grundvoraussetzungen, die eine Führungskraft mitbringen muss. Das heißt: Verständnis aufbringen für die Mitarbeiter, für ihre Wünsche, aber auch für ihre Sorgen und Nöte.

  1. Ein Auge fürs Detail

Der Erfolgreiche wird auch ein Gespür für die scheinbaren Kleinigkeiten, die scheinbaren Nebensächlichkeiten haben. Er weiß solche Details richtig einzuschätzen und ihnen die nötige Aufmerksamkeit zu widmen.

  1. Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen

Führungspersönlichkeiten sind bereit, Verantwortung zu übernehmen, gerade dann, wenn es um Versäumnisse und Fehler ihrer Mitarbeiter geht. Sie scheuen sich nicht; die Folgen dieses Fehlverhaltens zu tragen, denn sie wissen: Die Flucht aus der Verantwortung würde dem eigenen Sturz gleichkommen.

Das heißt: Der Vorgesetzte ist immer für die mangelhaften Leistungen seiner Mitarbeiter verantwortlich.

  1. Die Fähigkeit zur Zusammenarbeit

Eine Führungspersönlichkeit versteht es, die Mitarbeiter so zu motivieren, so anzuregen, dass sie zur sinnvollen und erfolgreichen Zusammenarbeit bereit sind.

Nur diese tatkräftige Unterstützung, nur die Bereitschaft zum gemeinsamen Handeln, die der Führungskraft von ihren Mitarbeitern entgegengebracht wird, garantiert ihren eigenen Erfolg, ihre eigene, hervorgehobene Stellung.

  1. Ehrlichkeit und Wahrheitsliebe

Dauerhafter Erfolg ist nur dann gewährleistet, wenn sich die Führungspersönlichkeit den Beweis für die Nützlichkeit und Rentabilität seiner Arbeit erbringt, der wird eine Führungsposition nur all zu schnell verlieren.

Die Angst vor möglichen Konkurrenten und Nachfolgern

Wer sich seiner Position nicht sicher ist, wer mit der ständigen Angst lebt, von anderen ausgebootet, von anderen Mitarbeitern verdrängt zu werden, der wird erleben, dass dies früher oder später auch tatsächlich geschieht.

Eine wirkliche Führungskraft wird souveräner und selbstbewusster vorgehen: Sie wird um sich einen Kreis fähiger Mitarbeiter versammeln und diese mit entsprechend anspruchsvollen Aufgaben betrauen.

Nur auf diese Weise ist es gewährleistet, dass ein hohes Maß an qualifizierter Arbeit bewältigt wird. Dank seiner Fachkenntnisse und seiner persönlichen Qualitäten wird der Vorgesetzte dazu in der Lage sein, seine Mitarbeiter anzuspornen, sie zu großen Leistungen zu führen. Zu Höchstleistungen, die die Mitarbeiter ohne seine Unterstützung, ohne seine Mithilfe niemals vollbringen könnten.

Eine Führungspersönlichkeit ist sich der Tatsache bewusst: Der richtige Einsatz der Kräfte der Mitarbeiter erbringt viel, viel mehr, als der Führende allein zu leisten imstande wäre.

  1. Der Mangel an Phantasie

Ohne schöpferisches Denken, ohne die nötige Vorstellungskraft wird es einem mit Führungsaufgaben betrauten Menschen nicht gelingen, erfolgversprechende Pläne zu entwickeln und in schwierigen Situationen einen plausiblen und angemessenen Ausweg zu finden.

  1. Selbstsucht

Einer der größten Fehler, den eine Führungskraft begehen kann, besteht darin, sich selbst immer wieder in den Mittelpunkt des Interesses rücken zu wollen. Immer wieder selbst um Anerkennung und Aufmerksamkeit nachzusuchen.

Das Gegenteil ist richtig und zweckmäßig: Aufgabe der Führungspersönlichkeit ist es, die eigenen Mitarbeiter zu loben, ihre Verdienste hervorzuheben. Solche Zuwendung stellt einen größeren Leistungsansporn dar als jede noch so hohe Bezahlung.

  1. Maßlosigkeit

Eine Führungskraft, der die Maßstäbe verloren gehen, die ihre eigenen Grenzen nicht mehr erkennt, wird das Vertrauen ihrer Mitarbeiter schnell verlieren. Zudem führen Maßlosigkeit und Unbeherrschtheit zwangsläufig zu einem Verlust an Lebenskraft und Energie.

Der Mangel an Loyalität ist einer der wichtigsten Gründe für das Scheitern von Führungskräften. Wer sich seinem Unternehmen, seinen Geschäftspartnern, seinem Vorgesetzten wie seinen Mitarbeitern gegenüber nicht loyal verhält, wer die gebotene Treue und Redlichkeit vermissen lässt, der wird bald scheitern. Wer es an Zuverlässigkeit und Anständigkeit fehlen lässt, wird schnell Verachtung erfahren, er wird als Führungskraft nicht mehr anerkannt. Fehlende Loyalität ist die Hauptursache für menschliches und berufliches Versagen,

  1. Autoritäres Auftreten

Autoritäres und herrschsüchtiges Gebaren, das Herausstreichen der eigenen Position wird bei den Mitarbeitern immer negative Folgen zeitigen. Sie werden Furcht empfinden und Unsicherheit zeigen, wo Vertrauen und Selbstbewusstsein gefragt wären.

Eine erfolgreiche Führungspersönlichkeit ist sich ihrer Möglichkeiten bewusst, sie wird es in keinem Fall nötig haben, den starken Mann zu spielen.

Sie hat Erfolg, weil sie die wirklich wichtigen Tugenden und Fähigkeiten besitzt: Zugänglichkeit, Verständnis, Unparteilichkeit und Fachwissen.

  1. Das Hervorheben von Titeln

Eine Führungskraft, die auf ihre Titel zu großen Wert legt, verrät sich selbst: Sie zeigt, dass sie in den wirklich wichtigen Bereichen nicht viel zu bieten hat. Wer glaubt, Achtung und Anerkennung nur aufgrund solcher Titel erwerben zu können, der wird immer das Gegenteil erreichen. Am Ende kann es gar geschehen, dass er überhaupt nicht mehr ernst genommen wird.

Für eine Führungspersönlichkeit gilt: Das Zimmer des Chefs steht jedem Mitarbeiter offen. Er hat es auch nicht nötig, seine Räumlichkeiten mit überflüssigen Luxusartikeln auszustaffieren.

Die obengenannten zehn Punkte stellen die häufigsten Ursachen für das Scheitern von Führungskräften dar.

Für Sie, heißt das: Wenn Sie eine Führungsposition anstreben, müssen Sie sich dieser Erkenntnisse immer bewusst sein, Sie müssen sie sich gut einprägen. Nur auf diese Weise können Sie ähnliches Fehlverhalten vermeiden.

„Ein Mensch, der sich ernsthaft ein Ziel gesetzt hat,
wird es auch erreichen.“
Benjamin Disraeli

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