Lebensberatung

Kommunikation – Die drei verschiedenen “Ichs”

Die auf unserem Planeten gebräuchlichste Kommunikationsform ist die Sprache. In mündlicher oder schriftlicher Form. Dadurch kann Wissen vererbt werden, nur deshalb können Gemeinschaftsprojekte durchgeführt werden. Auch wir bedienen uns zunächst dieser Form der Verständigung.

Gerade aus diesem Grunde aber müssen wir prüfen, wie zuverlässig diese Kommunikationsform ist. Kann eine einwandfreie Übermittlung des weiterzugebenden Wissens auch tatsächlich ohne Verzerrung, ohne Beeinträchtigung gewährleistet werden?

Oder ist es nicht vielmehr so, dass jeder Mensch im Leben eine bestimmte Rolle spielt? Dass er vorgibt, jemand zu sein, der er vielleicht gar nicht ist? Dass er eine Rolle spielt, in die er durch seine Familie, seinen Beruf und die Gesellschaft regelrecht gezwungen wurde?

In der Regel findet eine Unterhaltung zwischen dem eigenen, vorgegebenen, gespielten Ich und dem “Ich-Bild” statt, das wir uns von unserem Gesprächspartner machen.

Dies macht deutlich, dass es zwingend notwendig ist, bei jeder Unterhaltung den Standpunkt des anderen einzunehmen und die Dinge mit seinen Augen zu sehen.

Lernen Sie, zukünftig bei allen Unterhaltungen mit dem tatsächlichen Ich des anderen zu sprechen.

Lernen Sie, in Büchern zwischen den Zeilen zu lesen. Dies ist für das Studium des Geheimnisses absolute Grundvoraussetzung.

Wir leben in einer Welt voller Menschen. Der Mensch an sich ist unser naheliegendstes und geeignetstes Studienobjekt. Gleichzeitig ist er auch das interessanteste, verrückteste, unberechenbarste und liebenswerteste Studienobjekt, das es gibt.

Denn: Indem wir andere Menschen besser verstehen lernen, können wir auch uns selbst besser verstehen. Und: Auch unsere Mitmenschen werden uns dann besser einschätzen, besser verstehen können. Kennen Sie den Witz über den Psychiater?

Frage: Warum wählt ein Psychiater den Beruf des Psychiaters? Antwort: Weil er endlich seinen eigenen Fall klären will!

Denken Sie immer daran:

Es gibt kein ICH ohne ein DU

Alles wirkliche Erleben vollzieht sich zwischen unserem ICH und einem DU. Immer wenn wir “SIE” oder “DU” sagen, immer wenn wir jemanden ansprechen, entsteht eine Beziehung. Zerstören Sie diese Beziehung nicht, bevor sie sich überhaupt entwickeln konnte. Werden Sie sich der Einsichten bewusst, die R.D. Laingh sinngemäß so formuliert hat:

Der Mensch, der wir für andere sind, der Mensch, den die anderen in uns sehen, dieses Bild, das unsere Mitmenschen sich von uns machen, entspricht nicht unserem wahren Ich. Und dieses Bild, das andere sich von uns machen, bewegt und interessiert uns ständig.

Wir selbst versuchen, uns über das Bild klar zu werden, das andere von uns haben. Wir wollen wissen, wie sie uns mit ihren Augen sehen. Laingh nennt dies die “Meta­Perspektive”,

Diese neue Perspektive unseres Denkens schafft gleichzeitig eine neue Identitätsebene. Wir gewinnen eine neue Identität hinzu. Wir sehen uns so, wie wir glauben, dass uns die anderen sehen. Laingh nennt dies unsere “Meta-ldentität”.

Daraus folgt:

Die Verhaltensweisen eines Menschen stehen immer in Beziehung zum Verhalten seiner Mitmenschen. Unsere eigenen Verhaltensweisen werden immer auch durch das Verhalten unserer Mitmenschen beeinflusst!

Auf diese Weise wirken unsere Mitmenschen auf unser Handeln und Benehmen ein.

Unser Verhalten basiert zu einem bestimmten Teil auf den Erfahrungen, die wir in unserem Leben gemacht haben. Unsere Erfahrungen und unser Verhalten gleichermaßen sind undenkbar ohne die Beziehung zu anderen Menschen, ohne die Einwirkung und den Einfluss unserer Mitmenschen.

„Die Gegenwart, in der der Mensch lebt,
wird nicht für ihn genussreich durch ruhigen Besitz des Erworbenen, sondern durch das Streben nach höheren Zielen.“ Adolf Diesterweg

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