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Körpersprache – Graphologie

Fast jeder von uns musste schon einmal bei einer Stellenbewerbung einen handgeschriebenen Lebenslauf einreichen. Sicher, es war Ihnen klar, wozu Ihr Schreiben verwendet werden würde – nur konnten Sie das Handgeschriebene nicht gezielt verbessern, weil Sie nicht wussten, nach welchen Kriterien Ihr Schriftbild ausgewertet werden würde.

Wenn Sie künftig einen handgeschriebenen Lebenslauf absenden, werden Sie aufgrund der nachfolgenden Erläuterungen zumindest wissen, welche Informationen die betreffende Firma mit Hilfe dieses Schreibens von Ihnen gewinnt.

Den nachfolgenden Test können Sie selbstverständlich auch mit Freunden, Bekannten oder Ihrem Partner durchführen. Als Testgrundlage werden nur einige wenige Schriftbilder angeführt. Damit können Sie sich die Informationen leicht einprägen. Mit den ausgewählten Schriftmustern ist eine hohe Aussagekraft über die entsprechende Person gewährleistet.

Jedes Geschriebene hat seine Bedeutung. Und die Art und Weise, wie Buchstaben geformt und in der Schrift gelagert sind, gestattet interessante Rückschlüsse auf Charakter und Wesensart des Schreibenden.

Die Graphologin Genevieve Bouillon sagt:

“Die Handschrift, das Schreiben, ist eine Handlung, Wie jeder menschliche Akt setzt sie sich aus bewussten und unbewussten Bewegungen und Faktoren zusammen. Der Symbolismus des Weltraums ist eng verbunden mit dem unbeschriebenen Blatt Papier, auf das der Schreiber seine Feder setzt und das für ihn in gewisser Weise den Weltraum darstellt. Die Art und Weise, wie er sich zu diesem Blatt stellt, zeigt, wie er die äußere Welt erfasst”

Grundlegend bewertet man in der modernen Graphologie die Neigung der Schrift (nach links oder rechts) und das Streben der Schrift (nach oben oder unten).

Alle Bewegungen nach links symbolisieren eine Rückkehr nach innen, zum Vergangenen, zur Meditation. Des weiteren: Passivität, Empfänglichkeit, Erdverbundenheit, Ausdauer, Beharrlichkeit, Erhaltung der Art, Liebe und Gefühl.

Alle Bewegungen nach rechts deuten auf Aktivität, Kämpfertum, Eroberungswillen und Unternehmungslust hin. Sie verweisen auf einen Sinn für die Zukunft.

Nach oben ausschlagende Buchstaben weisen auf geistige Schwungkraft und Verstand hin. Der Mitte der Buchstaben können wir Angaben über das “Herz” des Menschen entnehmen. Buchstaben, die nach unten ausschlagen, ermöglichen Rückschlüsse auf die Triebhaftigkeit und – wenn diese Triebhaftigkeit bezwungen ist und nun gesteuert wird – auf die Lebenspraxis, die Beherrschung des Daseins.

Die Schrift, die eine gerade Linie einhält, verweist auf einen Schreiber, der nicht von seinem geraden Weg abweicht -jedenfalls nicht sichtbar, nicht vor der Öffentlichkeit. Wer in seiner Schrift schwankt, der schwankt auch in seiner Stimmung. Steigt die Schrift nach oben, dann ist ein stimmungsmäßiger, ein optimistischer Aufschwung gegeben. Sinkt die Schrift dagegen nach unten, dann zeugt dies von einem Stimmungswandel – die Stimmung wird gedrückter, pessimistischer und negativer.

Zusammenfassung der wichtigsten körpersprachlichen Ausdrucksformen

Auf den folgenden Seiten werden wir die wichtigsten körpersprachlichen Ausdrucksformen des Menschen kennenlernen.

Doch bedenken Sie: Es ist nicht das Ziel dieses Lehrgangs, solche Gesten und Handlungen durch Auswendiglernen zu deuten. Das Ziel ist vielmehr: Den anderen Menschen intuitiv wahrzunehmen. Ein Gespür zu entwickeln für die Absichten und Ziele des Gesprächspartners.

Aber Ein exaktes Einschätzen ist aufgrund der individuellen Ausdrucksformen jedes Menschen in der Praxis nur selten gewährleistet. Und: Wenn man sich nur auf einige wenige Ausdrucksformen konzentriert, dann kann deren Aussagekraft naturgemäß nur sehr gering sein. Denn einige wenige körpersprachliche Ausdrucksformen machen eine allgemeine Beurteilung des Menschen noch nicht möglich.

So muss besonders davor gewarnt werden, aus einzelnen Ausdrucksformen auf den Gesamtcharakter eines Menschen schließen zu wollen. Zudem sind körpersprachliche Ausdrucksformen sehr stark von den augenblicklichen Gefühlen und Stimmungen abhängig.

Das Charakterbild eines Menschen ist erst nach sorgfältigem Abwägen der vielen individuellen Ausdrucksformen und deren jeweiliger Einschätzung einigermaßen verlässlich zu bestimmen.

Viel, viel besser erreichen Sie Ihr Ziel mit Hilfe der intuitiven Wahrnehmung. Im folgenden wollen wir Ihnen trotzdem im Rahmen unseres Gesamtlehrganges eine Zusammenfassung der wichtigsten körperlichen Ausdrucksformen anbieten. Doch gebrauchen Sie diese Anweisungen mit der gebotenen Vorsicht.

Die wichtigsten Ausdrucksformen sind: Abdrehen des Oberkörpers: Abweisungsgeste

Ablegen von Dingen in frenden Revieren: Bringt zum Ausdruck, dass der eigene Machtbereich ausgedehnt werden soll.

Am Ärmel zupfen: Jemandem soll das Wort entrissen werden

Ansehen/Blick:

zu kurz: Missachtung

zu lange: Geringschätzung

Blick wandert über die ganze Person: Taxieren

selten: Man redet lieber selbst.

geweitete Pupillen: Freude

verengte Pupillen: Missfallen

starr: Feindseligkeit

Ansehensdauer:

lange: Sympathie und Taxieren Keine

kurz: Sympathie, Desinteresse

Asche abstreifen von Zigarre/Zigarette:

heftig: Innere Erregung

betont bedächtig: Vorbereitungsgeste

Auf Finger beißen: Tiefe Verlegenheit oder hohe Konzentration

Auf Person zeigender Finger: Angriff, Unterstreichung des eigenen Standpunktes

Augen:

weit geöffnet: Erstaunen/Erschrecken

wandernder Blick: Besitzanspruch

zukneifen: Vorbereitung

auf Lippen des Partners: Man hört bewusst zu.

bewusste Lippenbewegungen: Arroganz

Augen zu Boden, Hände auf dem Rücken: Typische Position des Nachdenkens.

Augenkontakt wird vermieden: Es gibt nichts zu sagen.

Ausatmung: 

lange, langsam: Erleichterung

mit gespitzten Lippen: Erstaunen

weit geblähte Nasenflügel: Erregung

Ausgangslage (Nullpunkt): Lockeres, aufrechtes Stehen mit herabhängenden Armen

Ausgebreitete Arme: Gewinnerwartung

Begrüßung:

breithändig: Jovial, betont herzlich

offene Hände: Man erwartet etwas.

Handrücken oben: Es soll etwas ergriffen werden.

Handkanten unten: Gleichwertung

Berühren von Dingen: Besitzwunsch, Neugier, Infantilismus

Betontes Ablegen der Brille (oder anderer bislang gehaltener Gegenstände): Man bereitet sich auf eine Aktivität vor.

Bewusstes Ordnen der Kleidung: Man stimmt mit dem Gesprächs­partner nicht überein, verschließt sich dessen Argumenten.

Blick zur Decke oder zum Ausgang (besonders, wenn mit verschränkten Armen verbunden): Wunsch des Aufbruches, man will weg.

Breitbeinig dasitzen, dabei Bauch halten: Gleichgültigkeit

Brille abnehmen und aufsetzen: Zeichen von Nervosität

Eintreten:

schneller Tritt: Selbstsicher, siegesbewusst

verhaltener Schritt: Unsicher, fluchtbereit

Erhobener (Zeige-)Finger:  Rechthaberei, dozieren

Erhöhte Formen:  Wie hohe Frisuren oder Hüte sind sie meist der Versuch, sich zu vergrößern und dadurch herauszuragen.

Fallenlassen einstudierter Gesten: Man ist dem anderen nicht wohlgesonnen – die Maske fällt.

Farben:

kräftig: Lebensfreude, Zuwendung

dunkel: zum Dasein

farblos: Dem Leben abgewandt

leuchtend: Jugendlichkeit

gebrachen: Kultur, Vielseitigkeit

Fassen an die Nasenspitze:  Verlegenheit

Faust: Vorbereitung auf Aktivitäten/ Bereitschaftsposition

Schlag auf den Tisch: Überraschung oder Ärger

Füße um Stuhlbein:  Unbehagen, Angst

Gekreuzte Fußknöchel: Signal des Interesses, man ist dem anderen geneigt.

Geöffnete Knie: Sich selbst öffnen, Kontaktbereitschaft

Gerader Blick, groß geöffnete Augen: Aufdringlichkeit oder Missbilligung (Vorwurf)

Geschorene Haare: Zeichen der Unterwerfung. Heute auch Ausdruck besonderen Mutes.

Große Bewegungen: Weisen auf Übertreibungen hin -Unbedeutendheit soll überspielt werden.

Haltungsänderung im Gespräch: Man hat genug, es soll Schluss sein.

Hand in der Jackentasche, Daumen draußen: Autoritätsgrenze

Hand umklammert hinter Rücken andere Hand: Man sucht sich selbst einen Halt.

Hand vor dem Mund: Worte sollen unausgesprochen gemacht werden. Man möchte die Worte am liebsten zurückhalten.

Handbewegungen:

kurz und schnell: Unruhe, Nervosität

betont langsam: Sicherheit

Hände:

leicht angehoben:  Unterbrechungsgeste, man will sprechen.

Fingerspitzen zusammen: Überlegenheit

Wange reiben: Missfallen

verschlungen: Man will sich bestätigen (auch knetende Hände).

Suche nach Berührungspunkten: Man will sich beruhigen.

Die andere Hand sanft berühren: Am Ohr zupfen: Man möchte zu Wort kommen.

Hände auf Beckenknochen (Hüfte): Mensch, der sich Halt sucht und ihn fand (da oft Pose, auf andere Zeichen achten).

Hände hinter dem Rücken oder in Taschen: Schutz der Hände, entweder Schuldbewusstsein oder Gleichgültigkeit.

Hände in Achselhöhe: Ängstlichkeit, man erfährt Unangenehmes.

Hände in Oberarm verkrallt: Mühsame Beherrschung

Händedruck:

zu weich: Kraftlosigkeit, Desinteresse, aber auch die Absicht, nicht verletzen zu wollen.

zu stark: Schutzgeste, die Unsicherheit überspielen soll.

feucht: (wenn nicht krankheitsbedingt) Nervosität

Händereiben: Erfüllte Erwartungen, Vorwürfe, Zuversicht, oft Ausdruck der Verlegenheit oder sogar Peinlichkeit.

Handfläche zum anderen oder zum Publikum: Es soll etwas ferngehalten werden, Ablehnung, Verneinungsgeste.

Hautenge Kleidung: Ist wie Entblössung ein Zeichen freierer Sexualauffassung.

Heftige Handbewegungen / Schlaggesten: Deutliches Misstrauen, Straf­androhung, Unzufriedenheit.

Hand im Nacken: Symbolisch wird zum Schlag ausgeholt.

Kopf in Hand gestützt, Lider halb geschlossen: Konzentration, gespannte Aufmerksamkeit

Kopfhaltung:

nickend oder schräg: streng gerichtet: Aufforderung, sich zu äußern Man will weitersprechen, auch wenn man gerade eine Pause gemacht hat. Unsicherheit.

zwischen Schulter ziehen:  Innere Spannungen

Kopfkratzen, Nackenreiben:

Kritzeln beim Telefonieren: Langeweile oder Symbolisierung der Denkarbeit

Lange Haare: Signalisierung der (oft ver­meintlichen) eigenen Stärke

Nach Gegenständen treten: Ohnmächtiger Zorn, unerträgliche innere Spannung

Nachahmung einer Haltung: Meist Zustimmung, Einverständ­nis mit dem, dessen Haltung nachgeahmt wird.

Nachlässige Kleidung: Gegenüber bzw. Partner werden gering eingeschätzt, missachtet.

Nasenreiben: Zeichen für Unentschlossenheit oder Ratlosigkeit, auch Missbilligung

Oberkörper aufrichten Brust weitet sich, Schulter­blätter gehen zusammen: Kraftgefühl, Eitelkeitsgefühl

Offene Hand: Erwartung, man will etwas hineingelegt haben. Besitzanspruch wird ausgedrückt. Großzügigkeit, Toleranz.

streng: leger: Zeigen meist, dass es an Originalität fehlt.

Plötzliches Aufstehen: Überraschung, auch Langeweile

Prüfender Blick auf eigenen Körper: Man will gefallen, besonders dem anderen Geschlecht.

Putzen, an Kleidung streichen: Man will gefallen, auf sich aufmerksam machen.

Redner, der über Pult hängt: Unhöflichkeit gegenüber Publikum, Unsicherheit, Haltsuche

Reiben des Nasenrückens: Neugier, man will Geruch genauer definieren, nachdenken.

Richtung der Bewegungen:

nach oben: Positive Gefühle, Aufstrebendes, Freude

nach unten: Negative Gefühle, Missmut, Niedergeschlagenheit,

rückwärts: Einvernehmen wollen, Zugetan sein, auch Angriff

Schlurfende Füße: Missbehagen

Schrittangabe: Beanspruchung einer Führerrolle

Sich setzen in Vortragsräumen: 

vorn: Ehrgeiz, man will gesehen werden, selbstsicher.

hinten: Unsicher, fluchtbereit, weniger interessiert

seitlich: Meist kritisch

Sinnlose Tätigkeiten: Fluchtposition, Ängstlichkeit, Missbehagen

Sitzen auf Stuhlkante: Dominierender Platz wird von der Person beansprucht, die auch die Führungsrolle einnimmt, andere nach Rang und Sympathie verteilt.

Sitzordnung bei Tisch: Man möchte sich von einer Fessel lösen.

Spielen am Ring: Selbstdarstellung, Balzgeste

Spielen an Knöpfen: Man will mit der Sache nichts zu tun haben (oder täuscht das vor).

Steife gezirkelte Bewegungen: Eitelkeit, Gespreiztheit, Überheblichkeit

Straffung des Körpers:  – Aktion wird vorbereitet.

Streng zugeknöpfte Kleidung: Distanzzeichen, man will Abstand halten.

Taktieren mit Gegenständen: Man ist stark von sich selbst überzeugt.

Tiefe Verbeugung: Unterwürfigkeitsgeste -oft gespielt.

Über Brille schauen: Misstrauen, Erstaunen.

Über Stirn fahren: Man fühlt sich überanstrengt.

Über Haare streichen: Selbstgefälligkeit, Balzgeste

Übereinandergeschlagene Beine: Mensch verschließt sich, besonders, wenn dabei vom anderen abgewendet.

Abwehrhaltung, auch Ablehnung, wenn plötzlich: Defensivhaltung

Umklammern von Tischkanten u. dergl.: Einvernahmewunsch oder Besitzanspruch

Undurchdringliches Gesicht: Beherrschung, man ist dem anderen nicht wohlgesonnen, er wird nicht akzeptiert.

Verkehrt herum auf dem Stuhl sitzen: Überheblichkeit

Verschränkte Arme: Fast immer Schutzhaltung, Abstand soll gewahrt werden.

Verstecken hinter Möbeln: Schreibtisch bietet oft Schutz vor anderen – Ängstliche verbergen sich gern hinter Tischen (Rednerpulten),

Vor anderem aufstellen: Höhere Position wird bean­sprucht, man will Überlegenheit demonstrieren.

Verschobener Kopf: Aggression

Vorneigung des Oberkörpers, vorrücken: Aktionsbereitschaft, Gespannt sein

Wandernde Redner: Laufbewegungen vor dem Publikum bedeuten meist Eitelkeit oder gebremste Aktivität.

Wegdrehen vom Gesprächs­partner (während des Gesprächs): Missachtung, Egoismus

Wippende Füße: Ungeduld

Zu lang festgehaltene Hand: Besitzanspruch oder-willen

Zu nahe treten: Aufdringlichkeit, plumpe Vertraulichkeit

Zu stark betonte Gesten: Großmannssucht, Vorspiegelungen, auch durchgehendes Temperament

Zueinander drehen: Beginnendes oder wachsendes Interesse

Zurücklehnen: Innerliches Zurückziehen

Zusammengepresste Knie: Symbolische Verschlossenheit

„Das große Ziel des Lebens ist nicht Wissen, sondern Handeln.“
Thomas Henry Huxley

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